Das Zuhause deiner Hühner...

Das Zuhause deiner Hühner... ein Thema, welches schon so manchen Hühnerbesitzer, oder einen der es werden will, zum Grübeln gebracht hat. Was ist richtig? Zu groß oder zu klein? Wie viel Platz brauchen meine Hühner? Wie soll ein Stall ausgestattet sein? Muss er isoliert sein, braucht er Licht oder ein Fenster?

Damit dir deine Entscheidung ein wenig leichter fällt, gibt es in meinem heutigen Blogbeitrag ein paar Tipps für ein perfektes Zuhause deiner Hühner.

Stallgröße

Zu GROSS gibt es nicht... zu klein hingegen schon! Ganz klar bin ich ein Befürworter von Ställen mit ausreichend Platz. Zum einen, da man so stets flexibel in der Anzahl seiner Hühner ist. Denn hast du erstmal Hühner, willst du irgendwann mehr davon. Dazu aber in einem anderen Beitrag mehr ;-). Zum anderen sollen sich Hühner auch in einem Stall bewegen können. Herumhopsen, scharren, sich die Zeit vertreiben, wenn das Wetter mal total bescheiden ist. Außerdem sollte man auch bedenken, das es immer mal wieder zu einer Stallpflicht kommen kann. Sollten Hühner dann über mehrere Tage oder Wochen in einem Stall ausharren müssen, der gerade einmal so hoch ist wie sie selbst... einen, in dem sie sich gerade mal um sich selbst drehen können, ist dies doch sicher nicht das, was wir für glückliche Hühner wollen.

Ein Stall, in welchen man hineingehen kann, ist übrigens auch für Hühnerhalter sehr zu empfehlen. Ob zum täglichen reiniges des Kotbretts, um Großputz zu machen oder auch um Maßnahmen zur Milbenbekämpfung zu treffen... es ist um ein vielfaches leichter, dies in einem Stall zu erledigen, in welchem man stehen kann und nicht herum kriechen muss.

 

Auch wir haben uns zu Beginn unserer Hühnerhaltung diese schnuckeligen kleinen Hühnerställe angesehen. Es gibt ja einige Modelle auf dem Markt, bei denen man glaubt, die perfekte Lösung gefunden zu haben. Klein, durchdacht und laut der Hersteller ausreichend groß. Mit Sicherheit schön anzusehen, aber in der Praxis bestimmt nichts, was auf Dauer Bestand haben kann. Solltest du dich also gerade mit genau dieser Frage beschäftigen, wäge genau ab, welche Kritereien ein Stall für dich erfüllen soll.

 

Legenester

Die Anzahl der Legenester richtet sich nach der Anzahl deiner Hühner. Als Faustregel rechnet man 1 Nest auf 3-4 Hühner. Da nicht alle Hühner gleichzeitg legen, sie ohnehin gerne auch mal zu zweit oder gar zu dritt im Nest sitzen, ist es nicht nötig, für jedes Huhn ein eigenes Nest zu instalieren.

Ein Legenest sollte die Maße von ca. 35x35 cm haben und behaglich sein. Das heißt im besten fall rundum geschlossen & nur auf einer Seite zum rein gehen geöffnet. Hühner legen ihre Eier eben gerne an einem ruhigen und geschützten Ort.

Bei uns gibt es aufgrund der Behaglichkeit auch Vorhänge am Eingang zu den Legenestern. Vor einigen Jahren, als wir damals Urlaub auf einem Bauernhof im Allgäu machten, verliebte ich mich in die Legenester der Bäurin, die diese ebenfalls mit Vorhängen bestückte. Für mich war klar... wenn wir irgendwann Hühner haben werden, bekommen auch unsere Legenester auf jedenfall hübsche Vorhänge. Bis heute liebe ich sie und würde es immer wieder so gestalten.

Übrigens sind diese leicht zu reinigen und auch kein Nistplatz für Milben. Scheinbar mögen diese den Stoff nicht oder den Geruch des Waschmittels... was auch immer. In all den Jahren hat sich noch nie eine Milbe in den Falten der Vorhänge niedergelassen. Waschen muss ich sie nur, weil irgendwann etwas Staub daran haftet.

 

Isolierung

Was die Isolierung eines Stalls angeht, vertrete ich die Meinung, das man Hühnern ihren natürlichen Rythmus mitsamt den natürlich wechselnden Temperaturen ermöglichen sollte. Dadurch legen sie bei kalten Temperaturen vielleicht ein paar Eier weniger, dafür können sie sich besser aklimatisieren und sind wiederstandsfähiger. Von daher finde ich eine Stallisolierung nicht notwendig. Vorrausgesetzt natürlich, der Stall ist ausreichend groß, wird dick mit Einstreu gefüllt, ist trocken und Zugluftfrei.

Sollte es über einen längeren Zeitraum Minusgrade von -10 oder kälter haben, spanne ich über der Schlafstange ein Netz, das mit Stroh gefüllt wird. Somit wird die Wärme, die sie Nachts abgeben zusätzlich gespeichert. Dies mussten wir in den vergangenen Jahren allerdings nur 1 x machen, denn meißt fallen die Temperaturen nur selten unter -5 Grad, vor allem auch nicht über längere Zeit.

 

Künstliches Licht

Wie beim Thema der Isolierung auch, halte ich nichts vom installieren einer zusätzlichen Lichtquelle im Winter. Der Rythmus der Natur ist imens wichtig, damit die Ladys gesund bleiben, auch Phasen der Erholung haben & gestärkt durch das Jahr gehen. Natürlich legen sie so vemutlich ein paar Eier weniger, gehen früher schlafen und nehmen über einen längeren Zeitraum weniger Nahrung zu sich. Aber diese Erholungsphasen haben sie redlich verdient, nach vielen Monaten des Eierlegens.

Bei uns findet sich daher lediglich ein Fenster als natürliche Lichtquelle, aber wenn die Dämmerung einsetzt gehen die Mädels freiwillig schlafen... das kann im Winter schonmal zwischen 16 -17 Uhr passieren. Um sie für die lange Nacht zu stärken, haben sie bei uns auch im Stall einen Futterautomaten mit Oreganopellets und ich bringe ihnen Nachmittags immer ein kleines Betthupferl, kurz bevor sie sich in den Stall zurückziehen. Ein paar eiweißreiche Mehwürmer oder leckere Sonnenblumenkerne.

 

Fenster

Sieht nicht nur schön aus, sondern hat auch tatsächlich einen großen Nutzen. Zum einen bringt es Tageslicht in den sonst so dunklen Stall. Zum anderen sorgt es für eine gute Lüftung in heißen Sommernächten.

In unserem ersten Sommer mit Hühnern, war unser Fenster noch fest intalliert. Das heißt, es lies sich nicht öffnen, sondern brachte lediglich das Licht in den Stall. Schnell merkten wir jedoch, das es den Hühnern oft zu warm wurde, sie auch nachts fast hechelten, wenn draußen die Temperaturen irre hoch waren. So brachten wir ein Gitter von innen an und bauten das Fenster so um, das es sich nach Bedarf öffnen oder schließen lässt. Zu öffnen ist es nach oben, so das ein plötzlicher Regenschauer oder ein Gewitter nicht für eine Überschwemmung im Stall sorgt. Das Gitter im Inneren schützt vor nächtlichen Räubern wie Marder oder Fuchs.

 

Hühnertüre

Wie kommen die Hühner raus & wie wieder rein? Natürlich durch eine kleine Hühnertüre, die eigentlich gerade so groß ist, das ein Huhn hindurch kommt. Morgens haben es die Mädels aber immer seeeeeeehr eilig raus zu kommen, da quetschen sich schonmal 5 gleichzeitig durch :-).

Die Hühnertüre ist deshalb so klein, damit die Hühner in ihrem Stall geschützt sind, kein Wetter im Inneren für Verwüstung sorgt und auch die Temperaturen, vor allem an kalten Tagen, erträglich bleiben.

Es gibt zwei Arten einer Türe... die Manuelle oder eine Elektrische. Die Elektrische hat den Vorteil, das du morgens nicht so früh in den Stall must um deine Freiheitsliebenden Tiere in den Garten zu lassen & das du Abends auch mal später nach Hause kommen kannst, ohne Angst davor haben zu müssen, das der Fuchs sich schon sein Abendessen geholt hat.

Auf dem Markt gibt es diverse Anbieter von elektrischen Hühnertüren. Unsere haben wir schon seit Afang an und sind damit ehrlich sagt mittel zufrieden. Die Technik ist super, aber es kommt leider 3-4x im Jahr vor, das die Schnur zum hoch ziehen der Türe reißt und man dann alles aufschrauben und neu einfädeln muss. Eine Patentlösung dafür haben wir noch nicht gefunden & uns daher auch noch kein anderes Modell zugelegt, da wir nicht wissen ob das bei den anderen nicht auch passiert. Trotzdem kann ich eine ekeltrische Türe wirklich wärmstens empfehlen, es erleichtert einem die Versorgung wirklich sehr. Das kleine Maleur alle paar Monate nehmen wir da gerne in Kauf, schauen uns aber trotzdem immer wieder um, ob es da ein besseres Modell gibt. Hast du eines? Gerne her mit deinen Erfahrungen :-).

 

 

So dies & das...

es gibt noch ein paar andere Kleiniglkeiten, die ich persönlich super in einem Stall finde.

- Natürliche Sitzstangen, damit die Füße der Hühner unterschiedlich greifen und somit nicht einseitig belastet werden. Wir verwenden dazu alte Bohnenstecken (das sind die langen Hölzer, die sonst zum aufbinden von Stangenbohnen im Gemüsegarten verwendent werden).

- Ein glattes Kotbrett.... blos kein Gitter! Zu Beginn unserer Hühnerhaltung haben wir gelesen das ein Gitter über dem Kotbrett das Reinigen erleichtern soll. Der Kot fliegt drauf und kann dann scheinbar einfach abgekratzt werden. Der größte Mist sag ich euch :-). Diese Anbringung haben wir bereits nach wenigen Tagen wieder entfernt und einfach auf das vorhandene Brett vorne eine Latte geschraubt, die das runter rutschen des Mists verhindert. Nun wird das Kotbrett einfach immer mit Einstreu gefüllt und täglich werden die Häufchen mit einer kleinen Kelle eingesammelt. Super sauber, schnell und nichts liegt sonst wo im Stall herum.

- Eine Kamera... ja auch das haben wir im Stall. Warum? Na, weil es einfach Spaß macht :-). Vor allem aber, weil wir so auch Abends nicht bei Wind und Wetter raus müssen, um nachzuschauen, ob alle Damen wohlbehaltn von ihren Abenteuern zurück sind. Ein kurzer Blick aufs Handy, durchzählen und den Mädels auch mal beim schlafen zusehen. Auch im Urlaub ist eine Kamera Gold wert. Wir und auch unsere Hühnersitter hatten so die Möglichkeit, immer nachzuschauen ob alles okay ist. Natürlich ist eine Kamera nicht notwendig, aber eine Anschaffung die Spaß macht und auch etwas Erleichterung im Alltag mit sich bringt.

- Legenester von außen zugänglich ist ebenso eine Vorrichtung über die wir sehr froh sind. So können wir immer trockenen Fußes alle Eier aus den Nestern holen, müssen nicht durch den manchmal auch matschigen Hühnerauslauf und haben es einfacher beim reinigen des Nestes. Auch kleine Besucher freuen sich, wenn sie so an unsere Nester dürfen, um frische Eier heraus zu holen.

Hier noch einen kleinen Einblick für euch in den Stall. Rechts die Nester, links noch ein Zipfel vom Kotbrett, das sich über die gesamte Länge erstreckt.

 

Unser Stall

Dieser ist eigentlich eine einfache Gartenhütte, die wir entsprechend umgebaut haben. Falls ihr also so etwas sucht, ist das eine super Lösung, die mit ein klein wenig handwerklichem Geschick super umzusetzen ist.

 

So meine Lieben, das war ein kleiner GROSSER Blogbeitrag zum Thema Hühnerstall ;-). Ich finde ein sehr wichtiges Thema, da es doch eine Anschaffung ist, die idealerweise sehr viele Jahre Bestand hat. Und bitte fühlt euch nicht angegriffen, wenn ihr einen kleinen Stall habt oder es allgemein anders seht. Ich kann euch durch meinen Beitrag einfach nur meine Erfahrungen mitteilen. Vielleicht profitiert jemand davon, der eine andere Lösung sucht oder eine Neuling weiß gleich wie er es richtig angehen kann. Aber natürlich ist es wie mit allem... jeder hat andere Ansprüche und muss daher seine perfekte Lösung finden. Unsere ist dieser Stall, den ich immer wieder genau so bauen und einrichten würde ♥.

 

Ich hoffe aber dem ein oder anderen mit meinen Ideen behilflich gewesen zu sein & wünsche euch viel Spaß beim einrichten eures Stalls.

Liebe Grüße

Nadine

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Kommentare: 3
  • #1

    stampin_art (Dienstag, 12 Januar 2021 19:33)

    Vielen Dank für diesen großartigen Beitrag! Wir planen im Frühjahr unseren kleinen, sehr arbeitsaufwendigen Stall zu vergrößern und zu erneuern. Habe durch Deine Beiträge viele tolle Inspirationen bekommen! Unsere 4 Damen ���� werden sich freuen! LG und freue mich auf weitere Fotos und Berichte Deiner glücklichen Hühner �
    ���‍♀️

  • #2

    Nannette von Huehnergaertchen (Dienstag, 12 Januar 2021 21:09)

    Vielen Dank für die tollen Infos zum Thema Stall! Wir haben übrigens eine elektrische Tür von Omlet! Sie öffnet seitlich! Ich bin sehr zufrieden mit der Tür!
    Darf ich fragen,welche Kamera ihr in eurem Stall installiert habt? Das wäre für mich auch interessant!
    Ich möchte im Frühling auch noch Legenester so anbringen,dass ich sie von außen erreiche! Und dann gibt es auch Vorhänge- das sieht so schön aus!!
    Herzliche Grüße, Nannette

  • #3

    HÜHNERGESCHICHTEN (Donnerstag, 14 Januar 2021 15:23)

    Vielen Dank für eure lieben Kommentare & Rückmeldungen zu meinem Beitrag. Ich freue mich sehr das er euch gefällt und wünsche euch viel Spaß bei der Umsetzung eurer Stallpläne :-). Danke auch für den Tipp mit der Stalltüre, das werde ich mir ganz genau ansehen ♥.
    Die Kamera ist von Reolink (Werbung :-)) und hat ein Solarmodul, wodurch wir keinen Strom dafür benötigen. Diese kann ich sehr empfehlen. Funktioniert bis jetzt seit 1 1/2 Jahre tadellos bei jedem Wetter.
    Viel Spaß mit euren Hühnern & liebe Grüße
    Nadine